Astronomie

Die Anfänge...


(Auszug aus dem 2. Jahresbericht der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Pfaffenwinkel AAP von 1985)

"Als ich im VHS-Programm die Ankündigung der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Pfaffenwinkel (AAP) las, war ich gleich begeistert und dachte: "Da musst Du hin!". Dennoch war ich skeptisch, ob jeder teilnehmen konnte, auch wenn er, wie ich, kaum oder keine Ahnung von Astronomie hat. Trotzdem entschloss ich mich, einmal hineinzuschmecken".
Erwartet hatte ich ältere Herren mit langen Rauschebärten, die in einem überfüllten Raum dicke Zigarren qualmten und, über Bücher gebeugt, heftige Diskussionen in Fachchinesisch führen sollten. Doch was fand ich? Erst einmal garnichts - ich war der Erste! Dann näherte sich ein junger Mann, der sich als Helmut Hornung zu erkennen gab und den ich mir völlig anders vorgestellt hatte (siehe oben!). Allmählich trudelten dann noch andere Interessierte ein, die ebenfalls mit den betagten Astronomen meiner Phantasie nichts zu tun hatten.
Anstelle von wissenschaftlichen Wälzern lange nur einige Blätter und "Planetenschablonen" herum, auch stelle sich - Gott sei Dank - keineswegs eine "verstaubte Atmosphäre ein. Diese erste wie die folgenden Zusammenkünfte fanden in eher gemütlichem Rahmen statt; nur gelegentlich kam es zu einigen schweren mathematischen "Gewittern" an der Wandtafel. Aber bisher ist es doch höchst interessant, lehrreich und lustig...

André Schultz"

 

So waren meine Vorstellungen damals. Zur Astronomie bin ich gekommen, weil ich 1978 zu Weihnachten ein Astro-Buch geschenkt bekommen hatte: den "BLV Himmelsführer - Sterne + Planeten von Günter D. Roth". In dem Buch sind Objekte beschrieben und abgebildet, wie man sie durch ein Amateur-Teleskop sehen kann. Ich hatte meinen Onkel und meine Grosseltern immer mit Fragen über die Sterne und Sternbilder "genervt" :-) Nun dauerte es aber noch einige Jahre, bis ich mich ausser durch Planetariumsbesuche astronomisch weiterbilden konnte. Zur damaligen Zeit wohnte ich noch in Norddeutschland und wir waren desöfteren bei meinen Großeltern in Oberbayern zu Besuch. Hier habe ich dann den ein oder anderen Diavortrag von Helmut Hornung gesehen, der Dias von den Voyager-Sonden gezeigt hat. Nachdem wir dann 1981 nach Weilheim umgezogen waren, habe ich den Namen in der VHS-Zeitung, in der die AAP angekündigt war, auch wiedererkannt. Und so bin ich dann so richtig zur Astronomie gekommen, habe mir ein Instrument gekauft und bin zum Glück auch mit einer kleinen Pause auch dabei geblieben.

Inzwischen ist viel passiert. Die AAP in ihrer damaligen Form existiert nicht mehr. Zwei von uns engagierten sich dann jedoch bei den Sternfreunden Schongau SFS, die sich von ein paar Jahren um Magnus Zwick herum gebildet hatte. Wir trafen uns einmal im Monat, um uns über aktuelle Beobachtungen, Instrumente usw. zu unterhalten. Außerdem gab es ein Monatsthema, über das referiert bzw. gesprochen wurde. Auf der damals noch existierenden Homepage von Magnus gab es immer aktuelle Informationen über die Arbeitsgruppe. Aber auch diese Arbeitsgruppe ist Geschichte und das Hobby Astronomie fristet derzeit einen Dornrösschenschlaf.

Im Laufe der Zeit habe ich mir auch das ein oder andere Instrument angeschafft. Mein erstes war eine Art Quelle-Refraktor (damit hab ich seinerzeit den Kometen Halley gesehen), dann ein Catadioptrisches Spiegelteleskop - auch Quelle? - und dann endlich ein richtiges Teleskop, einen 100mm/1000mm Newton-Spiegel auf einer Polaris-Montierung, den ich heute noch habe. Damit hab ich zu meiner Schulzeit hauptsächlich die Sonne beobachtet und die Sonnenfleckenrelativzahl ermittelt. Von einem USA-Urlaub hab ich mir dann ein CG11 mitgebracht. Da drüben hat es mich trotz Zoll und Transport nur etwas mehr als 50% des deutschen Preises gekostet. 2004 bin ich von der G11, mit der ich nicht wirklich zurecht gekommen bin, auf die Vixen-Atlux umgestiegen. Von der Montierung hab ich schon lange "geträumt"; kein Wunder - bei dem Anschaffungspreis. Aber sie ist wesentlich kleiner, handlicher und mobiler als die G11 und jetzt kann ich fauler Strick mich auch wieder aufraffen, mein Zeug zu packen und irgendwo draussen zu beobachten (wenn unser schönes deutsches Wetter es zulässt). Zudem hab ich über das Forum auf www.astronomie.de drei andere Atlux-Besitzer ausfindig gemacht, die mir durch ihre positiven Erfahren mit dem Gerät die Entscheidungsfindung erleichtert haben (danke an Mario Weigand, Dr. Michael Köhler und andere).

 

clear skies!